Bericht zur Deutsche Meisterschaft Formationen
aus Eggenfelden 12.10.2002
Eggenfelden war am letzten Samstag das Mekka aller Rock’n’Roll- und Boogie Woogie Formationen in Deutschland.
Insgesamt 36 Formationen in vier Startklassen folgten der Einladung zur Deutschen Meisterschaft des 1. Eggenfeldner
RRC (bei Passau) in den tiefsten Süden der Republik. Mit am Start aus Niedersachsen waren die "Teen Rats" aus
Hameln in der Schüler-/Junioren-klasse sowie in der Masterklasse die „Crazy Monster“ vom OTB Osnabrück,
die Formation vom RBC Albatros im DJK Sparta Langenhagen, die "Master Rats" aus Hameln und in der Boogieklasse
die "Boogie Rats" vom RRC Hameln.
Um in der Schüler-/Juniorenklasse sich für die Endrunde zu qualifizieren, durfte sich keine Formation nur den kleinsten
Fehler leisten. Selbst die Formationen, die nach der Vorrunde ausgeschieden sind, haben auf dem Tanzparkett eine super spritzige
Formationskür hingelegt. "Solch ein hohes Niveau an Tanztechnik, Drehungen und Perfektion in der
Tanzfigurenausführung, hab ich seit langen in dieser Klasse nicht mehr gesehen", berichtet Benjamin Benics, Trainer der Teen
Rats. Herausragender Sieger dieser Klasse wurde die Mannschaft des RRC Wormel Worms, gefolgt von den „Kleinen Feiglingen“
aus Anzing und den „Dancing Ducks“ aus Flensburg. Die „Teen Rats“ aus Hameln belegten mit ihren ersten Start der neuer
Kür leider nur den zehnten Rang.
Eine ebenso große Leistungsdichte herrschte auch in der Quartettklasse. Hier stach besonders die junge Formation aus
Anzing mit ihrer „Only You Kür“ hervor. Gespickt mit A-Klassen Akrobatiken und einer frischen Choreographie wie zu Zeiten
von München überzeugten diese vier Paare die Wertungsrichter zum Sieg mit der Traumnote sieben mal die Eins.
Tanztechnisch war die Formation aus Moers, die nun paarbedingt in der Quartettklasse tanzen, den Anzingern weit voraus. Die
Moerser konnten aber die Lockerheit und das Akrobatikniveau von Anzing nicht toppen. Der zweite Rang für die Moerser ist
somit mehr als gerechtfertigt.
Die Boogieklasse erwacht so langsam aus den Dornröschenschlaf in der Formationsszene. Insgesamt fünf Formationen
waren hier am Start. Zu einem dritten Rang konnten die Boogie Rats aus Hameln die Wertungsrichter mit ihrer „Americano
Kür“ nicht überzeugen. Mit der Wertung 4 3 3 3 4 4 4 blieb nur Platz vier übrig. Deutscher Meister dieser Klasse
wurde der RRC 22/11 aus Moers, gefolgt von „Vampirshow“ der Königsbrunner sowie den „GI’s“ aus Flensburg.
Das große highlight des Tages war der Wettkampf der neun gemeldeten Formationen um den Meistertitels in der Master Class.
Schon in der Vorrunde zeigte sich ein Kopf an Kopf Rennen der dominanten Formationen: der mehrfacher Weltmeister aus
Böblingen, Königs Wusterhausen, Hameln, Dortmund und Flensburg. Sie qualifizierten sich souverän für die
Endrunde, obwohl fast alle fünf kleinere bis größere „Patzer“ hatten.
Die Albatrosse aus Langenhagen konnten ihre Leistung des fünften Platzes beim Deutschland Cup in Plochingen nicht
wiederholen. Unsauberheiten in den Tanzfiguren- und Linienausführungen sowie eine verweigerte Akrobatik konnte die
Wertungsrichter nicht für einen Einzug in die Endrunde überzeugen.
Regelrechtes Pech hatte die Formation aus Osnabrück. Deren Auftritt nach einem Queenmadley war nahezu perfekt in der
Akrobatik sowie Linienführung. übliches Manko der Crazy Monsters ist der unsaubere Grundschritt. Alle sieben
Wertungsrichter vergaben den Monstern ihr Halbkreuz. Großes Lob und Anerkennung gab es für diesen Auftritt von allen
Seiten. Weiter so !!!
Ein richtiger fight wurde zur Endrunde in der Master Class ausgetragen. Schon in der Aufwärmhalle hingen die Nerven nur
noch an Drahtseilen. Gegenseitig beobachteten sich die Formationen beim Erwärmen. Wo sind die Stärken, wo die
Schwächen. Dortmund hatte sichtlich Probleme mit dem Zirkussalto. Statt eines gekonnten Hochwerfens, war es eher ein
Weitrennen der Paarungen. Der "Wiking Power" aus Flensburg war zu der späten Stunde eher ein "Powerchen".
Umstellungen in den Paarungen sowie Verletzungen zeigten ihre Wirkung. Eindeutig vergaben hier die Wertungsrichter den 5. Rang
mit der Wertung 5555552. Einig war sich das Wertungsgericht noch bei dem neuen Deutschen Meister. Dieser ging wieder mit der
Traumnote 1 in den „Wilden Süden“. Königswusterhausen konnte die Wertungsrichter mit ihrer sehr guten Tanztechnik
zu der Wertung 3333334 überzeugen. Bei Dortmund und Hameln schieden hier aber die Gerechten sich überhaupt nicht
einig zu sein. Angefeuert von über 50 Fans zeigten die Master Rats ihre viel diskutierte, frische und erotische „Mambo Italiano
Kür“, wogegen Dortmund mit einer eher starren aber tanztechnisch sauberen Kür aufweisen konnte. Im Zeitalter des
Computer kam dann das, was nur selten passiert. Die Formation aus Königswusterhausen mit einer eindeutigen
„Dreierwertung“ ertanzt sich den Vizemeistertitel, obwohl sie nicht eine 2 von den Wertungsrichtern erhalten hatten. Der dritte Rang
wurde nach Hameln vergeben und Platz 4 ging an die Mannschaft aus Dortmund.
Rainer Breustedt
NRBV-Formationsbeauftragter
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